Die Andromedagalaxie (M 31) im Detail – aufgenommen mit dem Vespera II im Mosaikmodus

Der frühherbstliche 07. September 2024 zeigte sich noch einmal von seiner sommerlichen Seite: warm & sonnig. Auch die Prognose für die Nacht versprach beste Bedingungen – ideal für eine ausgedehnte Astro-Session. Der Mond befand sich in einer günstigen Phase: zunehmend, mit gerade einmal ca. 17 % Beleuchtung. Damit war störendes Mondlicht kein Thema.

Zu dieser Zeit stand die Andromedagalaxie (M 31) bereits hervorragend am abendlichen Himmel. Ein perfekter Moment, um den Mosaikmodus meines Vaonis Vespera II auszuprobieren. Denn Andromeda ist ein großflächiges Objekt, das mit einer Einzelaufnahme im Standard-Sichtfeld des Vespera II nicht vollständig erfasst werden kann. Der Mosaikmodus hingegen ermöglicht es, mehrere Bildfelder zu einem detailreichen Gesamtbild zusammenzufügen – ideal für dieses faszinierende Ziel.

Der Mosaikmodus (CovalENS) des Vaonis Vespera II

Das Vespera II verfügt über einen speziellen Mosaikmodus – die sogenannte CovalENS-Technologie. Diese proprietäre Funktion ermöglicht es dem smarten Teleskop, deutlich größere Himmelsausschnitte aufzunehmen, als das native Sichtfeld des Geräts zulassen würde.

Die Funktionsweise ist hochautomatisiert: Das Teleskop fährt das ausgewählte Ziel ab und nimmt nacheinander mehrere überlappende Teilbilder auf. Die leistungsstarke Software des Vespera II stapelt (Live-Stacking) diese Einzelbilder in Echtzeit und fügt sie nahtlos zu einem einzigen, hochauflösenden Gesamtbild zusammen. Zudem wird durch einen speziellen Algorithmus, der dem Dithering ähnelt, die Bildqualität durch Rauschminderung weiter optimiert.

Während das native Sichtfeld (FOV) des Vespera II etwa 2,5°x1,4° beträgt und Fotos mit 8,3 Megapixeln (3840×2160 Pixel) aufgenommen werden, erlaubt der Mosaikmodus eine Erweiterung des Sichtfelds auf bis zu 4,33°x2,43° und steigert die resultierende Fotoauflösung auf maximal 24 Megapixel. Dies ist ideal für die beeindruckende Erfassung von ausgedehnten Objekten wie großen Galaxien oder Nebelkomplexen.

Das Vespera II wurde an geeigneter Stelle auf dem Balkon positioniert und die Aufnahme der Andromedagalaxie zu Beginn der astronomischen Nacht gestartet. Die Bedingungen hätten besser kaum sein können: eine vollkommen klare Nacht, frei von Dunst und Wolken. So gelang es dem Vespera II, bis zum Morgengrauen insgesamt 1129 Einzelaufnahmen mit jeweils 10 Sekunden Belichtungszeit zu sammeln – eine solide Basis für ein detailreiches Endergebnis.

Die Andromedagalaxie (M 31) ist unsere nächste große Nachbargalaxie, eine Spiralgalaxie mit ca. 200.000 Lichtjahren Durchmesser, rund 2,5 Mio. Lichtjahre entfernt, und bewegt sich mit etwa 300 km/s auf die Milchstraße zu.

  • Sternbild: Andromeda
  • Entfernung: ca. 2,5 Millionen Lichtjahre
  • Durchmesser: etwa 200.000 Lichtjahre – etwa doppelt so groß wie die Milchstraße
  • Helligkeit: visuell ca. 3,5 mag – mit bloßem Auge sichtbar
  • Winkelgröße am Himmel: ca. 191′ × 62′ (über 3° lang, größer als der Vollmond)
  • Radialgeschwindigkeit: ca. −300 km/s – bewegt sich auf die Milchstraße zu
  • Besonderheit: Blauverschoben, da sie sich unserer Galaxie annähert
  • Begleitgalaxien: M 32 und M 110 sind deutlich sichtbar
  • Sterne: enthält mehrere hundert Milliarden Sterne
  • Zugehörigkeit: Größte Galaxie der Lokalen Gruppe (Milchstraße, Andromeda, Triangulum + Zwerggalaxien)
  • Zukünftige Entwicklung: Kollision mit der Milchstraße in ca. 4 Milliarden Jahren
  • Entdeckung: Bereits 964 n. Chr. von Abd al-Rahman al-Sufi beschrieben

Bei der Mosaikaufnahme der Andromedagalaxie konnte ich noch noch weitere Objekte erfassen – sozusagen als Beifang. Darunter die Zwerggalaxie M 32, die Zwerggalaxie M 110 und den Sternhaufen NGC 206.

M 32 (NGC 221)
– Kleine elliptische Zwerggalaxie.
– Liegt südlich des Kerns von M31, scheinbar direkt „an der Galaxie klebend“.
– Entfernung: ca. 2,5 Mio. Lichtjahre, also ebenfalls Teil der Lokalen Gruppe.

M 110 (NGC 205)
– Elliptische Zwerggalaxie, etwas größer als M32.
– Befindet sich nordwestlich von M31.
– Ebenfalls ein Begleiter der Andromedagalaxie.

NGC 206
– Riesiger Sternhaufen bzw. Sternentstehungsgebiet innerhalb des westlichen Spiralarms von M31.
– Besonders hell und auffällig, da dort viele junge, massereiche Sterne konzentriert sind.
– Entfernung ebenfalls ca. 2,5 Mio. Lichtjahre, da es ein Teil der Galaxie selbst ist.

Die Ergebnisse dieser Nacht haben mich nachhaltig beeindruckt. Besonders der Mosaikmodus von CovalENS im Vespera II hat meine Erwartungen übertroffen: Die Erweiterung des Sichtfelds und die präzise Zusammensetzung der Einzelaufnahmen lieferten ein detailreiches Gesamtbild der Andromedagalaxie, das mit einer klassischen Einzelaufnahme nicht möglich gewesen wäre. Von der Leistungsfähigkeit dieser Funktion bin ich äußerst positiv überrascht – ein beeindruckender Mehrwert für die Astrofotografie im digitalen Zeitalter

einige Fachbegriffe sind HIER erklärt

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