Reformationstag 2025: Perfekter Freitag für einen Kurzurlaub
Der Reformationstag ist in Thüringen ein gesetzlicher Feiertag – und 2025 fiel er auf einen Freitag. Damit ergab sich ein verlängertes Wochenende, das sich perfekt für einen Kurztrip anbot. Ziel war diesmal Westböhmen in Tschechien, mit Marienbad (Mariánské Lázně) und vielen spannenden Ausflugszielen. Natürlich war meine Nikon Z6II mit dabei.
Tag 1: Marienbad – Historische Eleganz im böhmischen Bäderdreieck
Nach der Ankunft in Marienbad begann der Tag mit einem Spaziergang zum Aussichtsturm Hamelika (Rozhledna Hamelika). Der Weg durch den herbstlich gefärbten Wald war angenehm ruhig, und oben angekommen bot sich ein weiter Blick über die Stadt und die umliegenden Hügel – ein perfekter Einstieg und ein schöner erster Fotospot.







Im Zentrum erwarteten mich die Kurkolonnade (Kolonáda) mit ihrer neobarocken Architektur und der berühmte Singende Brunnen (Zpívající fontána). Zu jeder vollen Stunde erklingen klassische Melodien, begleitet von einer choreografierten Wasserfontäne – ein stimmungsvolles Erlebnis, das die Kurtradition lebendig hält und sich wunderbar fotografieren lässt.




















Tag 2: Kaiserwald (Slavkovský les) & versteckte Highlights
Am zweiten Tag ging es durch den Kaiserwald (Slavkovský les). Die Strecke führte zu mehreren landschaftlich und historisch interessanten Punkten – darunter Seen, Aussichtspunkte und kleinere Orte mit Besonderheiten.








Glatzener Teich (Kladský rybník): Ein weitläufiger Moorsee im Kaiserwald mit gut ausgebauten Holzstegen und ruhiger Umgebung. Der Rundweg führt durch offene Moorflächen und dichte Wälder und eignet sich gut für einen ausgedehnten Spaziergang oder eine Fotopause. Die Landschaft bietet viele Perspektiven – besonders durch die Spiegelungen auf dem Wasser und die abwechslungsreiche Vegetation.







Drei Kreuze bei Sangerberg (U Tří křížů, Prameny): Ein markanter Aussichtspunkt oberhalb des Ortes Prameny (Sangerberg) mit drei Holzkreuzen, die weithin sichtbar auf einem Hügel stehen. Von dort bietet sich ein freier Blick über die umliegende Landschaft. Der Platz ist gut erreichbar und eignet sich als kurzer Zwischenstopp.

Domino Felsen bei Neudorf – Grün (Dominova skalka, Nová Ves u Sokolova – Louka): Ein versteckter Aussichtspunkt mit markanten Felsformationen. Die Fahrt dorthin führt durch kleine Dörfer und stille Wälder – ein echter Geheimtipp für Naturfreunde und Fotografen.


Burg Elbogen (Hrad Loket): Die mittelalterliche Burg thront über dem Fluss Eger (Ohře) und ist ein echter Blickfang. Auch wenn ich sie nur von außen fotografieren konnte, war sie ein Highlight – besonders bei diffusem Herbstlicht




Sender Krašov (Vysílač Krašov): Für Technikinteressierte ein spannender Punkt. Der Sender ist bei guten Bedingungen sogar im Eichsfeld empfangbar – z. B. ČRo 1 – Radiožurnál auf 89,1 MHz.


Geisterkirche Lukowa (Luková – Manětín): Die verlassene St.-Georgs-Kirche (kostel svatého Jiří) ist heute ein Lost Place mit künstlerischer Seele. Seit 2012 füllt der tschechische Künstler Jakub Hadrava das verfallene Kirchenschiff mit rund 30 gespenstischen Skulpturen – lebensgroße Figuren aus Gips, gefertigt nach Abdrücken seiner Kommilitonen. Die Gestalten sitzen regungslos in den Bänken, in weiße Tücher gehüllt, ohne Gesicht. Sie sollen an die deutschen Bewohner von Luková erinnern, die bis 1945 hier lebten und nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden. Die Installation verleiht der Kirche eine unheimliche, aber auch nachdenkliche Atmosphäre – ein Ort, der Geschichte spürbar macht und fotografisch eine ganz eigene Wirkung entfaltet.
























Zwei Tage, viele Eindrücke – und jede Menge Motive
Der Kurztrip zum Reformationstag war nicht nur eine willkommene Auszeit, sondern auch fotografisch ein voller Erfolg. Zwischen Kurarchitektur, Herbstwald und Geisterskulpturen bot Westböhmen eine Vielfalt an Motiven, die meine Nikon Z6II voll ausreizen durfte. Wer Natur, Geschichte und stille Orte liebt, findet hier eine perfekte Kombination – ideal für ein verlängertes Wochenende.
