Ein Wochenende an der Ostsee: Warnemünde, Gespensterwald Nienhagen und das Betonschiff von Redentin

Ein Wochenende an der Ostsee – mit einigen spannenden Orten zwischen Rostock und Wismar: abendliche Eindrücke in Warnemünde, der Gespensterwald bei Nienhagen und das Betonschiff von Redentin – dabei kam erstmals meine neue Nikon Z6II zum Einsatz.

Warnemünde bei Nacht

Der Abstecher nach Warnemünde führte an einem Februarabend gegen 20 Uhr an die Hafeneinfahrt. Es war bereits stockfinster, nur die beiden Molenfeuer markierten mit grünem und rotem Licht den Zugang zum Hafen. Das Rauschen der Wellen, das Blinken der Lampen und die kalte Seeluft sorgten für eine besondere Stimmung.

Der Leuchtturm Warnemünde steht nicht direkt an der Hafeneinfahrt, sondern etwas landeinwärts am östlichen Ende der Promenade, neben dem Teepott mit seiner markanten Betonschalenarchitektur aus den 1960er-Jahren. Er wurde 1897/98 erbaut, ist knapp 37 Meter hoch und dient als Orientierungsfeuer. Die beiden kleineren Molenfeuer – das grüne auf der westlichen Mole (Warnemünde-Seite) und das rote auf der östlichen Mole – markieren die tatsächliche Einfahrt in den Seekanal von Rostock. Sie sind moderne Leuchtfeuer und nicht mit dem historischen Hauptleuchtturm zu verwechseln.

Gespensterwald Nienhagen

Etwa zehn Kilometer nordwestlich von Rostock liegt der Gespensterwald Nienhagen – ein rund 180 Hektar großes Waldgebiet an der Steilküste. Der etwa 1,3 Kilometer lange Abschnitt direkt am Meer besteht überwiegend aus alten Buchen und Eichen, deren Wuchs durch Wind und salzhaltige Luft über Jahrzehnte geprägt wurde.

Die leicht gewundenen Stämme und offenen Baumkronen erzeugen ein markantes Landschaftsbild. Bei meinem Besuch zeigte sich der Wald in sanftem Sonnenlicht – die tief stehende Wintersonne ließ die Strukturen der Baumrinde und das blasse Gras besonders kontrastreich wirken.

Das Gebiet ist Teil des „Nienhäger Holzes“ und bietet einen schönen Küstenwanderweg mit Aussicht auf die Ostsee und die Steilküste. Viele Bäume dort sind über hundert Jahre alt, was dem Wald seinen charakteristischen, urigen Charakter verleiht.

Betonschiff bei Redentin

Bei Wismar, in der Redentiner Bucht, liegt das Wrack eines Betonschiffs – ein ungewöhnliches Überbleibsel aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Gebaut wurde es 1943/44 in Swinemünde als sogenannter „Seeleichter Wiking Motor“. Wegen Stahlmangels nutzte man damals Leichtbeton als Baumaterial.

Nach dem Krieg kam das Schiff nach Wismar und wurde 1962 in die Redentiner Bucht geschleppt, um dort als Wellenbrecher zu dienen. Im November 1972 riss es bei einem Sturm los und strandete auf einer Sandbank, wo es bis heute liegt.

Das Wrack ist inzwischen zu einem festen Bestandteil der Küstenlandschaft geworden – rostig, verwittert und ein beliebtes Fotomotiv.

Ein kurzes Wochenende an der Ostsee mit landschaftlich und historisch interessanten Orten, an denen sich viele Motive einfangen ließen. Eine willkommene Auszeit in den dunklen Wintermonaten.

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